Gold und das Finanzamt

Nach einem Jahr gehört der Gewinn dir.

Die meisten Goldbesitzer zahlen beim Verkauf keinen Cent Steuern — sie wissen es nur nicht, und manche zahlen deshalb zu viel. Hier stehen die Regeln, die Fristen und der eine Punkt, an dem es wirklich hängt.

1 Jahr Dann ist es steuerfrei

Liegt zwischen Kauf und Verkauf mehr als ein Jahr, bleibt der Gewinn steuerfrei — egal ob 500 Euro oder 50.000.

1.000 € Auch vorher frei

Verkaufst du früher, bleiben Gewinne unter 1.000 Euro im Jahr trotzdem steuerfrei. Erreichst du die Grenze, wird alles steuerpflichtig — nicht nur der Teil darüber.

Keine Meldepflicht für Besitz

Gold zu besitzen muss niemand melden. Steuerlich wird es erst interessant, wenn du innerhalb des ersten Jahres mit Gewinn verkaufst.

Wann ist dein Gold steuerfrei?

Trag ein, wann du das Stück bekommen hast. Bei Erbschaft und Schenkung zählt der Kauf des Vorbesitzers — wenn du ihn belegen kannst.

Maßgeblich ist der Tag auf dem Kaufbeleg, nicht der Tag der Lieferung.

Noch kein Datum

Trag oben ein Datum ein, dann rechne ich die Frist aus.

Gerechnet wird die Jahresfrist nach § 23 des Einkommensteuergesetzes: Ein Verkauf ab dem Tag nach dem ersten Jahrestag ist steuerfrei.

Eine Orientierung, keine Steuerberatung. Im Zweifel fragt man jemanden, der dafür haftet.

Drei Fälle, die fast jeder kennt.

Bar gekauft, geerbt, geschenkt bekommen — bei allen dreien geht es am Ende um dieselbe Frage.

Bar gekauft, ohne Ausweis

Das ist erlaubt. Am Ladentisch darfst du in Deutschland für bis zu 1.999,99 Euro Gold kaufen, ohne dich auszuweisen. Erst darüber verlangt das Geldwäschegesetz einen Ausweis.

Legal ist es also. Nur belegen musst du den Zugang später trotzdem — sonst fehlt dir der Nachweis, wann das Jahr begann.

Geerbt

Hier gilt eine Regel, die viel Geld wert ist und kaum jemand kennt: Du trittst in die Fußstapfen des Verstorbenen. Hatte er das Gold schon länger als ein Jahr, kannst du es sofort steuerfrei verkaufen.

Aber nur mit Nachweis. Ohne einen Beleg über seinen Kauf beginnt das Jahr erst mit dem Erbfall.

Geschenkt bekommen

Genau wie beim Erben: Die Haltedauer des Schenkers zählt für dich weiter. Der Tag, an dem er gekauft hat, ist dein Stichtag — nicht der Tag, an dem du es bekommen hast.

Frag beim Schenken nach dem Kaufdatum und schreib es auf. Später ist niemand mehr da, den man fragen kann.

Der Punkt, an dem es hängt

Ohne Beleg zahlst du vielleicht Steuern, die du nicht schuldest.

Die Jahresfrist nützt dir nur, wenn du zeigen kannst, wann sie begann. Kommt es zur Nachfrage und du hast keinen Nachweis, liegt die Last bei dir — nicht beim Amt. Zwei Menschen mit demselben Barren, ein Unterschied.

Mit Nachweis „Gekauft am 14. März 2023."

Die Frist ist nachweislich lange um. Der Gewinn bleibt in voller Höhe steuerfrei, ob er nun 800 Euro beträgt oder 40.000.

Ohne Nachweis „Das hab ich schon ewig."

Ewig ist kein Datum. Ohne belegbaren Zugang kann das Amt von einem Verkauf innerhalb der Frist ausgehen — und dann wird der Gewinn mit deinem persönlichen Steuersatz belastet.

Ein Datum, das du heute notierst, ist in einem Jahr Geld wert.

Die App ist deine eigene Aufzeichnung — nicht die von uns, nicht die von einem Amt. Sie hält fest, was du später brauchst.

Den Tag des Zugangs

Zu jedem Stück steht, wann es zu dir kam. Damit läuft die Jahresfrist sichtbar mit, statt im Gedächtnis zu verblassen.

Woher es kam

Gekauft, geerbt, geschenkt — die Art des Zugangs entscheidet, welcher Stichtag gilt. Sie gehört deshalb zum Stück, nicht in eine Notiz.

Den Beleg selbst

Rechnung, Quittung, Foto, notierte Angaben des Schenkers. Alles liegt beim Stück, verschlüsselt auf deinem Gerät.

Den Einstand

Was du gezahlt hast. Ohne diese Zahl lässt sich ein Gewinn gar nicht ausrechnen — auch nicht zu deinen Gunsten.

Was diese Seite ist — und was nicht

Hier steht die allgemeine Regel für privates Gold in Deutschland, so wie sie im Gesetz steht. Das ersetzt keine Steuerberatung, und wir beurteilen deinen Fall nicht. Wer gewerblich handelt, wer im Ausland wohnt oder wer besondere Verhältnisse hat, für den gelten andere Regeln.

Edelspur hilft dir, deine eigenen Angaben zu ordnen und zu belegen. Es gibt sie an niemanden weiter — nicht an uns, nicht an ein Amt.

  • Jahresfrist und Freigrenze: § 23 Einkommensteuergesetz — Gesetzestext beim Bund. Die Freigrenze wurde mit dem Wachstumschancengesetz vom 27. März 2024 von 600 auf 1.000 Euro angehoben.
  • Haltedauer bei Erbschaft und Schenkung: § 23 Absatz 1 Satz 3 Einkommensteuergesetz — die Anschaffung durch den Vorbesitzer wird dir zugerechnet.
  • Kauf ohne Ausweis: Geldwäschegesetz; die Schwelle für das Tafelgeschäft liegt seit 2020 bei 2.000 Euro.
  • Stand dieser Seite: 24. September 2026.

Das Jahr läuft. Schreib auf, wann es begann.

Ein Datum, eine Art, ein Beleg — mehr braucht es nicht, damit später niemand rätselt. Edelspur führt das für jedes Stück einzeln.